Zoom vs Skype vs Teams

Gartner unterstellt in ihrem Bericht vom September 2019, dass 2022 40% der formellen Meetings online abgehalten werden. Heute, im April 2020 mitten in der Corona-Krise, dürften wir diesen Anteil bereits weit überschritten haben. Viele Firmen und private Gruppen müssen in Zeiten der Quarantäne schnell eine Lösung für einfache Videokonferenzen finden. Die Lösung soll intuitiv bedienbar sein und muss ohne große Einrichtung sofort genutzt werden können. Ob Businessmeeting, Familientreffen oder sogar das Dinner mit Freunden, es müssen Online Antworten gefunden werden. Heute schauen wir uns die großen Anbieter an.

Skype

Skype kann man am besten mit einem Bildtelefon vergleichen. Jeder Teilnehmer muss Skype installiert und einen Account eingerichtet haben. Zusätzlich muss ich meine Gesprächspartner in meinem Adressbuch haben. Ist die Einrichtung erst mal erledigt, kann ich durch einfache 2 Klicks einen Audio- oder Video-Anruf starten. Und mit wenigen Klicks mehr startet man einfache Videokonferenzen. Auch die Bildschirmfreigabe, um meinem Gesprächspartner zu zeigen, woran ich gerade arbeite, ist schnell und einfach eingerichtet.
Allerdings ist die Bildübertragung bei Skype nicht immer optimal. Leistungsprobleme sind keine Seltenheit. Zusätzlich kann ich nur Teilnehmer zu Konferenzen einladen, die den Client bereits installiert und eingerichtet haben. Dies ist der größte Knackpunkt bei der Nutzung.

Fazit

Skype ist für einen geschlossenen Personenkreis ein toller Ersatz für ein Telefon / Bildtelefon. Aber es muss natürlich sicher gestellt sein, dass die Einrichtung vom zukünftigen Gesprächspartner bewältigt werden kann. Wer aber Skype z.B. auf dem Tablet der Großmutter installiert und einrichtet, kann auch diese dann schnell und einfach erreichen.

Teams

Teams ist Microsofts seit 2017 existierende, zentrale Hub-Anwendung. Microsoft plant Teams zukünftig die Anwender zentral in Teams arbeiten zu lassen und die Anwendungen und Dateien von dort aus zu steuern. Dazu gehören auch Videokonferenzen. Teams ist Teil vom kostenpflichtigen Office 365, steht inzwischen aber auch kostenlos zur Verfügung. Die größte Herausforderung ist jedoch der Funktionsumfang. Wer Teams in der täglichen Arbeit sowieso nutzt, wird mit der Bedienung klar kommen, für alle Anderen ist das jedoch kaum denkbar. Der Installationsaufwand einer Microsoft Suite ist auch nicht zu unterschätzen, hinzu kommt die doch recht aufwendige Registrierung eines Microsoft Accounts. Wir dürfen nicht vergessen wie viele IT’ler Microsofts komplexen Bedienkonzepten ihren Job verdanken. Einfache Videokonferenzen gehen anders.

Fazit

Teams ist im professionellen Bereich in Firmen, die sowieso Office 365 haben, ein gutes Tool. Leistungsprobleme sind leider genau so häufig wie bei Skype. Inzwischen liefert Microsoft auch die fehlenden Funktionen wie das Einblenden von Bildern hinter dem Sprecher nach.

Zoom

Erst in 2019 am Markt erschienen hat die Software die gegenteilige Philosophie von Microsoft verfolgt: Einfache Bedienung anstatt vieler Funktionen. Die Anwender haben das gewürdigt und Zoom spielte bereits im September 2019 laut Gartner Group bei den ganz großen Playern Microsoft und Cisco mit. Als der Dienst von 10 Millionen monatlichen Nutzern im Zuge von Corona auf 200 Millionen monatliche Nutzer explodierte, bemerkten die Anwender das kaum, während Microsoft einige ihrer Dienste reduzieren und teils sogar abschalten musste.
Wer ein Zoom-Meeting startet, schickt seinen Gästen einfach einen Link. Ein Klick auf den Link startet wahlweise den bereits installierten Client oder startet die automatische Installation. Schnell und unkompliziert kann man die Software nun ohne Registrierung und aufwendiges Einstellen nutzen. Einfache Videokonferenzen in Perfektion.
Wer es möchte, kann sich jedoch registrieren und im Client verschiedene Funktionen nutzen. Das Austauschen des Hintergrundes ist eine fürs Homeoffice sehr praktische Funktion. Nicht jeder möchte die Details seines Wohnzimmers mit den Gesprächspartnern teilen. Bildschirmfreigaben, auf denen sogar gemeinsam gearbeitet werden kann und Whiteboards runden die Grundfunktionen ab.
Auch wenn aktuell ständig neue Funktionen hinzu kommen, sind diese jedoch nicht aufdringlich platziert und erschweren die Bedienung nicht. Zum Beispiel etablieren sich langsam Kontaktlisten wie bei Skype und die Anwender können nicht nur ihren Bildschirm freigeben, sondern auch bestimmte Apps. So können auch „Unfälle“ vermieden werden, bei denen die Gäste mehr sehen als geplant war.

Fazit

Zoom ist sehr stabil, skaliert auch bei großen Nutzerzahlen hervorragend und liefert eine sehr gute Bildübertragung. Der Dienst ist leicht zu bedienen und sehr Einsteigerfreundlich. Die Funktionsvielfalt ist hervorragend ohne die Bedienung zu verkomplizieren.

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