Das Homeoffice ist produktiver … und schöner

Weniger als  jeder 5. der Befragten ist der Meinung, dass im Homeoffice die Produktivität leidet. Soweit eine eigene Studie der DAK. Fast 60% der Befragten sind sogar der Meinung, dass es genau oder eher zutrifft, dass sie im Homeoffice produktiver als im Büro sind.

Neben der Produktivität, ist auch die Lebensqualität gestiegen. Die Gesundheit scheint sich im Homeoffice zu verbessern, da anstatt 21% vor Corona nun nur noch 15% der Befragten angeben „meistens“ oder „die ganze Zeit“ gestresst zu sein. Gleichzeitig ist der Anteil derer, die gar nicht oder „ab und zu“ gestresst sind, von 48% vor Corona auf 57% während Corona gestiegen. Fast 65% sehen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie als „eher zutreffend“ (37,7%) bzw. „zutreffend“ ( 27,1%).

Im Ergebnis wollen 76% der Befragten, die erst während Corona regelmäßig im Homeoffice arbeiteten, das Homeoffice, zumindest teilweise, beibehalten. 60% derer die gelegentlich während Corona im Homeoffice gearbeitet haben, möchten es ebenfalls beibehalten. Wenig überraschend ist, das mehr als 80% der Homeoffice Erfahrenen es beibehalten wollen. Wobei sogar in dieser Gruppe 20% keine Fans vom Homeoffice sind. Homeoffice ist natürlich nicht für jeden und spätestens, wenn die Vorraussetzungen im privaten Umfeld nicht gegeben sind, wird es zur Herausforderung. Spannend wäre zu wissen, was genau die Ursachen für diese 20% sind.

Doppelt so viele Videokonferenzen

Die richtigen Tools sind der Schlüssel zu Produktivität. Aktuell brennt ja der Streit, ob es unabdingbar wichtig ist, dass Zucken der Mundwinkel des Geschäftspartners in einem Meeting zu sehen oder ob es nicht sogar produktiver ist, wenn man es eben nicht sieht und beim Thema bleibt. In jedem Fall wird es heutzutage wesentlich seltener wahrgenommen. Laut DAK Studie hat sich die Nutzung von Telefon- und Videokonferenzen verdoppelt.

Deutschland kann Innovation, wenn auch nicht freiwillig

Die Studie beleuchtet auch die strategische Aufstellung der Firmen, von denen nur 16% von den Befragten als digitale Vorreiter, jedoch 28% als digitale Nachzügler bezeichnet werden. Leider ein trauriges Bild, dass wir in Deutschland öfter sehen. Corona hatte hier aber auch bei denen, trotz allem Negativen, dass man nie vergessen sollte, zu einer Modernisierungswelle geführt. Sogar unter den Nachzüglern haben mehr als die Hälfte (52,2%) das Homeoffice „sprunghaft ausgeweitet“. Eine Betrachtung der digitalen Durchschnitts-Unternehmen (65%) bzw. -Vorreiter (70%) halte ich hier nicht für sinnvoll, da die Angabe fehlt, wieweit Homeoffice vorher schön möglich war.

Kommunikationsprobleme im Homeoffice

Zu den größten Nachteilen gehört laut den Befragten der fehlende Kontakt zu den Kollegen/innen und Vorgesetzten. 75% sehen hier Verbesserungsbedarf und das ist somit eine Frage, der wir uns zukünftig vermehrt widmen sollten. 48% geben weiter an, dass die Arbeit durch fehlende Kommunikationswege beeinträchtigt wird. Kommunikation ist in Zeiten von Homeoffice die größte Herausforderung. 41% der Mitarbeiter zeigen Modernisierungsschwächen auf, indem sie den fehlenden Zugriff auf „Unterlagen, Akten oder sonstigen Arbeitsmaterialien“ als hinderlich beklagen. Sicherlich gehört Papier auch heute noch zu den wichtigsten Arbeitsmitteln, aber in vielen Bereichen ist es nur noch vorhanden, weil eine überfällige Modernisierung noch nicht durchgeführt wurde. Auch hier gibt es oft noch Nachholbedarf. Regelmäßig stehen hier aber auch gesetzliche Vorgaben im Weg, die dringend „repariert“ werden müssen.

Dass 47% der Befragten die klare Trennung zwischen Arbeit und Familie fehlt, ist übrigens ein zweischneidiges Schwert. Bei ganz vielen Gesprächen zum Thema Homeoffice waren Kinder das Thema. Wir werden nun sehen, wie sich das nach der Öffnung der Schulen und Kitas weiterentwickelt und die Zahl wird sich sicherlich noch stark ändern.

Fazit

Die Modernisierung ist da. Deutschland hat bewiesen, dass es sich zwar nicht gerne modernisiert, es aber durchaus kann. Im Homeoffice oder in gemischten Arbeitsumgebungen müssen wir aber an den Kommunikationsmitteln arbeiten. Gehört Zoom auf jeden Rechner? Sind tägliche Morgenmeetings eine Lösung? Müssen wir unsere aktiven Arbeitszeiten besser an die Kollegen kommunizieren? Hier haben wir viel zu tun.

Viel Spaß dabei!

Link zur lesenswerten Studie der DAK.

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